Story

Eine Reise von Kyoto nach Kumano

Für Japan war die Heian-Zeit (794–1185) eine Epoche des bedeutenden Fortschritts. Am kaiserlichen Hof blühten die Künste und die Literatur. Der Buddhismus, Taoismus sowie weitere Einflüsse aus China erreichten ihren Höhepunkt.

Im Mittelpunkt des Alltags der Menschen standen Spiritualität und Religion. Auf der Suche nach Erleuchtung pilgerten nicht nur Mitglieder des kaiserlichen Hofes, Adlige und Krieger, sondern auch das gemeine Volk von Kyoto zu den heiligen Gebirgsstätten auf der Kii-Halbinsel, der heutigen Wakayama-Präfektur.

Bis heute ist die Kii-Halbinsel ein beliebtes Reiseziel für Besucher, die auf der Suche nach Naturwundern, idyllischen Landschaften, 1000 Jahre alten Schreinen und Tempeln sowie spiritueller Erleuchtung sind.
ÜBERBLICK
· Besuchen Sie UNESCO-Welterbestätten
· Entdecken Sie die Ursprünge des Shingon-Buddhismus und die Bedeutung des Kumano-Schintoismus
· Erleben Sie wie eng spirituelle Traditionen, heilige Berge und Natur miteinander verknüpft sind
· Reisen Sie bequem zwischen Kyoto, Koyasan, Kumano und dem Internationalen Flughafen Kansai

Die historische Stadt Kyoto

Heian-Kyo, das heutige Kyoto, wurde 794 zum Regierungssitz des Kaisers Kammu und galt damals als hochmoderne Metropole. Nachdem die Hauptstadt von Nara nach Kyoto verlegt worden war, wurde als einer der ersten Tempel der Toji-Tempel 796 errichtet, der die Stadt im Osten schützend bewachen sollte.

Dreißig Jahre nach dem Bau ernannte Kaiser Saga den buddhistischen Mönch Kukai (774–835), der posthum als Kobo Daishi bekannt wurde, zum obersten Priester von Toji. Kukai war gerade von einer Studienreise in China zurückgekehrt, wo er sich mit den Lehren des esoterischen Buddhismus beschäftigt hatte. Außerdem hatte er gerade erst eine Lehrstätte für Shingon-Buddhisten in Koyasan errichtet.

Der Toji-Tempel in Kyoto war das Zentrum des Shingon-Buddhismus, wo die Anhänger dieser Lehre zum Studium und zur Praxis zusammen kamen. Doch nur in Koyasan konnten sie sich zu Mönchen ausbilden lassen.

Der Toji-Tempel ist heute leicht an seiner fünfstöckigen Pagode zu erkennen, die ursprünglich von Kobo Daishi gebaut wurde. Dieses markante Wahrzeichen lässt sich von vielen Aussichtspunkten in Kyoto erspähen und ist vom Bahnhof Kyoto in nur 15 Minuten zu Fuß erreichbar.

Kyoto im Zeichen des Tees

Die Region im Süden von Kyoto ist für ihren hochwertigen grünen Tee und ihre satten Teefelder bekannt, die die umliegenden Hänge säumen. Seit 800 Jahren werden dort die drei wichtigen Teesorten Matcha, Sencha und Gyokuro angebaut. Im Iwashimizu-Hachimangu-Schrein in der Stadt Yawata, etwa 30 Minuten südlich von Kyoto, können Besucher die lokale Teekultur hautnah erleben und nebenbei die majestätischen Sakralbauten Japans bestaunen.

Der Schrein befindet sich auf dem Gipfel des Berges Otokoyama und überblickt Kyoto sowie den Uji-Fluss. Sein weitläufiger Komplex ist einer von vier erhaltenen Schreinen im Hachiman-Baustil, der sich durch Gebäude auszeichnet, die auf den ersten Blick getrennt erscheinen, aber tatsächlich alle miteinander verbunden sind. Ein mit über 500 Laternen gesäumter Weg führt zur imposanten hellroten Haupthalle. Im Inneren können Sie kunstvolle Holzschnitzereien von Vögeln, Affen und anderen Tieren bewundern.

Zweimal täglich werden Führungen durch das Innere des Heiligtums angeboten – ein seltener Einblick, den nur wenige Schreine gewähren. Wenn Sie sich vorab erkundigen, kann Sie ein Mönch möglicherweise auf Englisch durch den Schrein führen.

Iwashimizu-Hachimangu liegt inmitten zahlreicher Teeplantagen. Seit Hunderten von Jahren bieten die umliegenden Teebauern den Göttern des Schreins ihren Tee dar. Bis heute werden jährlich rund 350 Teesorten als Gabe dargeboten. Die Otokoyama-Teeplantage befindet sich mitten im Schrein-Komplex. Ihre Ernte wird seit 2009 dem japanischen Kaiser gewidmet.

Machen Sie auch einen Abstecher zum nahe gelegenen Ikkyuji-Tempel, der in der Heian-Zeit erbaut wurde. Der Tempel diente auch als Kulisse für einen japanischen Anime über einen jungen Mönch namens Ikkyu.

Reisetipps

Von Kyoto nach Koyasan
Von September bis Ende November besteht eine [direkte Busverbindung] zwischen Kyoto und Koyasan sowie eine [Expressbusverbindung] vom Internationalen Flughafn Kansai (KIX) nach Koyasan. Zu anderen Zeiten können Sie das ausgedehnte [Streckennetz] zwischen Kyoto, Osaka und Koyasan nutzen.

Koyasan – ein Berg der Tempel

Vor 1200 Jahren gründete Kobo Daishi das spirituelle Zentrum von Koyasan, das mehr als 117 buddhistische Tempel umfasst und zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Auf dem Bergplateau können Sie in einem Tempel übernachten, buddhistisch-vegetarische Gerichte ausprobieren und einer von Kobo Daishi eingeführten Meditationsmethode folgen. Besuchen Sie auch unbedingt den Kongobuji-Tempel, den Okunoin-Friedhof und den Tempelkomplex Danjo Garan. Lassen Sie sich für weitere Unternehmungen von den Koyasan-Reiseplänen, die unten aufgelistet sind, inspirieren.

Der Choishimichi-Pilgerweg verbindet Koyasan mit dem Jison-in-Tempel im Tal. Kobo Daishi beging diese Route neunmal im Monat, um seine in Jison-in lebende Mutter zu besuchen. Frauen war der Zutritt zu Koyasan damals verwehrt gewesen.

An einer Abzweigung dieser Route liegt der Niutsuhime-Schrein, in dem zwei örtliche schintoistische Gottheiten verehrt werden, die Kobo Daishi nach Koyasan führten.

Reisetipps

Von Koyasan nach Kumano
Sportliche und abenteuerlustige Besucher können den Abschnitt des Kumano Kodo-Pilgerwegs folgen, der von Koyasan zu den Großschreinen von Kumano führt. Diejenigen, denen diese Wanderung zu mühselig ist, können stattdessen diese Strecke von April bis November mit dem [Koyasan-Kumano Discovery Bus] zurücklegen.

Von Koyasan zum Internationalen Flughafen Kansai
Der [KIX-Koyasan Expressbus] bietet eine direkte Anbindung an den Internationalen Flughafen Kansai.

Die Kumano Kodo-Pilgerwege

Während der Heian-Zeit unternahmen die Mitglieder des kaiserlichen Hofes die beschwerliche 30- bis 40-tägige Reise nach Kumano manchmal sogar mehrmals im Jahr. Unterwegs beteten Sie an den vielen Schreinen und Tempeln am Wegesrand, wie den drei Großschreinen, die als „Kumano Sanzan“ bezeichnet werden: Kumano Hongu Taisha, Kumano Hayatama Taisha und Kumano Nachi Taisha.

Tief im Glauben des Kumano-Schintoismus ist der Respekt vor der Natur verankert. Und wie ließe sich die Natur besser verehren als mit einer Pilgerreise durch die heiligen Wälder entlang der Kumano-Kodo-Pilgerwege?

Die Region besitzt ein exzellentes Wanderrouten-Netzwerk mit leichten bis anspruchsvollen Strecken. Die beliebteste Route ist die Nakahechi-Route von Tanabe nach Kumano Nachi Taisha. Zur eher anspruchsvollen Route gehört die Kohechi-Route und mittelschwere Wanderungen sind entlang der Iseji-Route möglich. Im Kumano-Reiseplan auf der Visit Wakayama-Website finden Sie weitere Vorschläge für Ausflugsziele und Unternehmungen.

Entscheiden Sie sich für Ihren eigenen Weg und begeben Sie sich auf die spannende Reise von Koyasan nach Kumano.